ResearchDICODI

Die Digital Cognitive Diagnosis - oder kurz: "DICODI" entstand 2022 aus einem gemeinschaftlichen Forschungsprojekt der Universitätsklinik Köln und dem Schweizer KHRC im Rahmen der Demenz-Testung und Diagnose.

ValidierungDie Entwicklung des DICODI®

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Digital Cognitive Diagnosis

Eine tabletgestützte neuropsychologische Testbatterie inklusive Selbstbeurteilung für Menschen mit Hörverlust, ältere Menschen und Menschen mit leichten kognitiven Defiziten.

Hintergrund

Sensorische Einschränkungen wie beispielsweise Hörbeeinträchtigungen im mittleren Lebensalter können nachfolgend zu kognitiven Veränderungen führen und gelten auch als ein hochsignifikanter Prädiktor für ein späteres demenzielles Geschehen [1]. Ein frühes Erkennen dieser Defizite ist somit von zentraler Bedeutung, um zunehmenden kognitiven Beeinträchtigungen vorzubeugen sowie diese hinauszuzögern, respektive die Defizite in ein diagnostisches Geschehen einzuordnen.

Ziele

Mit der DICODI soll eine tabletgestützte, eigenständig durchzuführende neuropsychologische Testbatterie vorgestellt werden, die insbesondere bei Menschen mit Hörminderung, aber auch älteren Menschen und Menschen mit leichten kognitiven Defiziten durchgeführt werden kann. Die aktive Testung wird durch eine Selbsteinschätzung ergänzt. Die Durchführungszeit beträgt ca. 30 Minuten.

Fragestellung

Sind die in der DICODI vertretenen Subtests objektiv und ökonomisch durchzuführen und sind die Instruktionen für eine eigenständige Durchführung umfassend und präzise genug?

Methode

Basierend auf einem vom BMFT geförderten Projekt wurden insgesamt 7 Subtests und eine Selbsteinschätzung in die DICODI aufgenommen (siehe Abb. 1). Alle Items wurden ausschließlich visuell dargeboten. Es wurden die Domänen verbales Gedächtnis, kognitive Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit, geistige Flexibilität, Arbeitsgedächtnis, Konzentration und Aufmerksamkeit, visuospatiales Arbeitsgedächtnis, Abschätzen von Zeitintervallen sowie Sprachverständnis überprüft. Ergänzend wurde noch eine Selbsteinschätzung zur Stimmung, zum Gedächtnis und zu Kognitionen anhand einer 4-stufigen Likert-Skala erfasst. Die Programmierung wurde mit C#.Net vorgenommen. Zur Auswertung werden die Daten zeitlich begrenzt auf einem Server (Deutschland, DSGVO-konform) gespeichert. Die Stichprobe für das Pilotprojekt setzte sich insgesamt aus 100 Proband*innen zusammen. Die Patientengruppe (N = 48) waren stationäre Patient*innen der Neurologischen Uniklinik Köln im mittleren Alter (M = 67.5 J, STD = 11.7). Die Kontrollgruppe umfasste N = 52 Proband*innen (M= 64.1 J, STD = 8.6) [2].

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Ergebnisse

Das Pilotprojekt zeigt, dass die Subtests auch problemlos bei Menschen mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen durchzuführen sind (Machbarkeit). In einer Folgestudie wurden Design, technische Aspekte, Instruktionen sowie Benutzerfreundlichkeit der DICODI von 70 Teilnehmenden auf einer 5-stufigen Likert-Skala als sehr gut bis gut eingestuft (Median = 1.7). Bei keinem der Proband*innen stellte die Durchführung der tabletgestützten Testbatterie ein Problem dar. Die Instruktionen waren klar verständlich und die Durchführungszeit wurde als nicht belastend angesehen.

Schlussfolgerung

Die DICODI ist sowohl im klinischen Kontext als auch im privaten Gebrauch einfach durchzuführen und deckt ein breites Spektrum an kognitiven und mnestischen Funktionen ab. Das neuropsychologische Profil kann auch als Entscheidungsgrundlage für neuropsychologische Interventionen bei Menschen mit Hörverlust sowie als Verlaufskontrolle verwendet werden.

Autoren

M. Meka (1), E. Kalbe (2), J.-P. Schmid (3) und J. Kessler (1)

  1. Klinik und Poliklinik für Neurologie der Uniklinik Köln, Deutschland
  2. Medizinische Psychologie I Neuropsychologie und Gender Studies, Centrum für neuropsychologische Diagnostik und Intervention (CeNDI) der Uniklinik Köln, Deutschland
  3. KOJ Hearing Research Center, Schweiz

Quellen

  1. Livingston, G., Huntley, J., Sommerlad, A., Ames, D., Ballard, C., Banerjee, S. et al. (2020). Dementia prevention, intervention, and care: 2020 report of the Lancet Commission. Lancet, 396, 413–446.
  2. Khani, Y. (2019). TabScreen – Ein tabletgestütztes Screening für kognitive Beeinträchtigung. Dissertation Uniklinik Köln.
Preisauszeichnung

Die DGN (Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V.) zeichnete zum 94. Kongress den DICODI in der Kategorie «Neuropsychologie & Rehabilitation» aus.

Working Memory
Wortpaare merken
Logic
Trail Making Test
Reactiontime
Zahlen und Buchstaben sortieren
sequential memory
Kreishüpfen
Presence
Zeitgefühl
Complex Instructions
Farb-Figuren-Test
Self Assessment
Fragebögen zur Selbsteinschätzung
UTZ_7616_dicodi
Indikation

Ein- und Ausschluss Kriterien

Um an dem Forschungsprojekt DICODI teilzunehmen, müssen Sie bestimmte Kriterien erfüllen. Bei Unsicherheit sprechen Sie bitte mit Ihrem KOJ-Institut und lassen sich beraten.
  • Sie haben einen aktuellen Hörtest beim KOJ-Institut, der nicht älter als 6 Monate ist und ihr Hören hat sich seit dem nicht spürbar verschlechtert.
  • Sie haben einen leichten, mittleren oder starken Hörverlust. Sie sind aber nicht taub.
  • Sie haben keine körperlichen Einschränkungen (Blindheit, Lähmung).
  • Sie leiden nicht unter einer schweren physischen, neurologischen oder psychischen Erkrankung.
  • Sie sprechen sicher deutsch.
  • Sie sind zwischen 40 und 90 Jahre alt.
Anmeldung

Machen Sie mit - lassen Sie sich testen und beraten

Im Rahmen des Projektes «Digital.Cognitive.Diagnosis» der Universitätsklink Köln und dem Schweizer KHRC können Sie an der Durchführung des DICODI-Testverfahrens teilnehmen. Das DICODI-Testverfahren befindet sich derzeit in der Validierung und wird bis Abschluss der Auswertung kostenfrei offeriert.

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