Mein Partner ‚versteht‘ mich nicht mehr

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Verstehen und Verstanden werden ist die Basis jeder guten Beziehung. Ohne eine gelungene Kommunikation kann eine Partnerschaft dauerhaft kaum funktionieren. So weit, so einleuchtend. Doch was tun, wenn eben die Gespräche aufgrund der Schwerhörigkeit eines Partners zum immer größeren Problem werden? Wie lässt sich gegensteuern und der langfristigen Gefahr für die Beziehung wirksam begegnen?

Die Folgen einer Schwerhörigkeit

Wer mit einem schwerhörigen Partner zusammenlebt, lernt eine neue Form des Nicht-Verstehens kennen. Und die unterscheidet sich deutlich von den vielfach zitierten Verständigungsschwierigkeiten zwischen Mann und Frau. Ist der Partner oder die Partnerin tatsächlich körperlich nicht mehr in der Lage, einer Unterhaltung in gewöhnlicher Lautstärke zu folgen, kann das eine Beziehung vor eine Belastungsprobe stellen:

  • Alltägliche Gespräche werden zur Geduldsprobe oder können nur noch unter optimalen Bedingungen in geräuscharmer Umgebung stattfinden.
  • Missverständnisse kommen immer häufiger vor.
  • Auf beiden Seiten macht sich Unmut über die Situation breit.
  • Die sozialen Kontakte des schwerhörigen Partners sind eingeschränkt.
  • Lieb gewonnene Gewohnheiten wie das gemeinsame Fernsehschauen können nicht mehr aufrecht erhalten werden.
  • Der Hörgeschädigte bringt sich in Gefahr – beispielsweise, wenn er ein herannahendes Auto nicht rechtzeitig wahrnimmt.

Ganz klar: Eine unbehandelte Hörschädigung schränkt die Lebensqualität des Betroffenen genauso wie die des Partners erheblich ein. Die Lebenswelt der Schwerhörigen kann sich dem Zugang des Partners soweit entziehen, dass auf lange Sicht sogar die Beziehung darunter leidet.

Der Ausweg aus der Isolation: ein professioneller Hörtest

Wie lässt sich der Kreislauf aus zunehmender Isolation und sozialem Rückzug durchbrechen? Die Lösung liegt auf der Hand. Doch in diesem Fall steckt das Problem auch in der Lösung. Für viele Betroffene stellt die Lösung nämlich eine große Hürde dar: der professionelle Hörtest. Viele Betroffene schrecken vor einem Hörtest zurück, weil Sie fürchten, als behindert, alt und irgendwie schrullig abgestempelt zu werden. Sie sorgen sich um die Optik der Hörgeräte oder sehen dank ausgefeilter Kompensationsstrategien schlichtweg keine Notwendigkeit für einen Hörtest. Diese Befürchtungen ernst zu nehmen ist für Angehörige der erste Schritt für Hilfestellung.

Der steinige Weg zum Hörgeräte-Akustiker: Anregungen für Angehörige

Gut gemeinte Ratschläge und direkte Konfrontationen mit dem Problem verhallen daher in der Regel im wahrsten Sinne des Wortes ungehört. Erkennen Sie sich in dieser Beschreibung wieder? Wie können Sie taktvoll zum gegenüber durchdringen und ihm helfen?
Nach Meinung von Experten helfen vor allem zwei Strategien: gute Argumente und ein direktes Ansprechen des Problems.

Argumente für den Hörtest

Führt man dem Betroffenen die wichtigsten Argumente vor Augen, lassen sich so manche unbegründete, aber tiefsitzende Ängste überwinden:

  1. Hörtests sind schmerzfrei und risikolos. Dem Patienten werden während der Audiometrie über Kopfhörer Töne in unterschiedlichen Frequenzen vorgespielt. Sobald er sie wahrnimmt, muss er dies meist über einen Druckknopf anzeigen. Schon nach kurzer Zeit liegt eine genaue Diagnose vor.
  2. Ist der Hörtest einmal abgeschlossen, schlägt der untersuchende HNO-Arzt oder Hörgeräte-Akustiker umgehend geeignete Behandlungen vor.
  3. Schon beim ersten Einsetzen eines Hörgeräts ist die Erleichterung bei den meisten groß. Plötzlich werden Aktivitäten möglich, die lange nicht mehr durchgeführt werden konnten. Mit dem Hörgerät gewinnen Patienten umgehend verloren gegangene Lebensqualität zurück.
  4. Moderne Hörgeräte sind für Außenstehende kaum zu sehen und unkompliziert in der Anwendung. Weder über optische Fragen noch über das ständige Nachladen der Akkus müssen sich Hörgeräteträger heutzutage große Gedanken machen.

Direktes Ansprechen  – die Bereitschaft für einen Hörtest steigern

Führt das gute Zureden alleine nicht zum Erfolg, empfehlen Experten schlichtweg die direkte Konfrontation mit den Einschränkungen im Alltag. Genauso wie der Patient, gewöhnen sich Angehörige und Freunde oft auch selbst an die Hörschwäche. Anstatt also selbst das Telefonieren zu übernehmen, in Gegenwart des Betroffenen lauter zu sprechen und im Theater Plätze in der vordersten Reihe zu wählen ist der offene Umgang mit dem Problem oft der bessere Weg. Geschieht das taktvoll, aber bestimmt, entsteht der Wunsch, die eigene Lebensqualität zu verbessern, fast wie von selbst.

Kommunizieren mit Menschen mit Hörschwäche

Die Entlastung, die ein passendes und gut eingestelltes Hörgerät mit sich bringt, werden Sie sofort spüren können. Moderne Hörgeräte machen nicht nur entspannte Unterhaltungen zu zweit oder das Telefonieren wieder möglich, sondern ermöglichen auch Gespräche mit lauten Hintergrundgeräuschen. Eine große Hilfe sind auch Angehörige, die wissen, wie sie mit der Hörschwäche umgehen. Blickkontakt beim Sprechen, eine Prise Humor und etwas Geduld sind der Schlüssel.

Vorurteile überwinden und das Leben mit einem hochwertigen Hörgerät genießen

Trotz aller Positivbeispiele halten sich gewisse Vorurteile über Hörgeräte hartnäckig. Im Sinne einer guten Partnerschaft und der Lebensqualität aller Beteiligten lohnt es sich jedoch, diese zu überwinden und mit einem Hörtest den ersten Schritt in Richtung eines entspannten Alltags zu gehen. Mit einfühlsamer Begleitung und guten Argumenten erreichen Angehörige ihren Partner am besten und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass die Verständigungsschwierigkeiten bald der Vergangenheit angehören. Ihr HNO Arzt oder Hörgeräte Akustiker hilft erst Sie gerne.

Zitiert von:  https://www.phonomigo.com/schwerhoerigkeit/mein-partner-versteht-mich-nicht-mehr/


Fazit von Dr. Alexandra Kupferberg

Einige aktuelle Studien haben berichtet, dass Schwerhörige sich nicht immer darüber bewusst sind, dass Ihre Höreinschränkung soziale Konsequenzen und psychische Erkrankungen wie Angst, Stress, Depression oder Paranoia nach sich ziehen kann.  Hörgeräte sind immer noch mit Vorurteilen behaften. Frauen und Männer unterscheiden sich auch bezüglich der Motivation, ein Hörgerät zu tragen. Wissenschaftliche Studien  haben gezeigt, dass der Anteil von Frauen, die ein Hörgerät  tragen, signifikant  größer ist als bei Männern.  Während Männer darüber besorgt sind, verschiedene Machtpositionen aufgeben zu müssen und  Schwierigkeiten mit dem Altern haben, ist das für Frauen weniger problematisch. Möglicherweise scheuen sich Männer  mehr davor, Hörgeräte zu tragen, weil sie das als ein Zeiche der Schwäche sehen. Eine andere Erklärung könnte darin lie gen, dass sich Männer langsamer auf das Altern einstellen.
Aufgrund gesellschaftlicher Konventionen sind Frauen bereits daran gewöhnt, Zeichen des Alterns zu verbergen. Sie beginnen schon früh damit, graue Haare zu färben, verwenden Make-up oder unterziehen sich einer kosmetischen Operation, um Falten und schlaffe Haut zu entfernen. Für Männer hingegen ist das Tragen eines Hörgerätes die erste künstliche Verbesserung, die dem Alterungsprozess entgegenwirkt. Es wäre geradezu ein Traum, wenn die Hörgeräte die gleiche Akzeptanz finden würden wie eine Sehhilfe. Denn die Hörgeräte sind heute so gut wie unsichtbar sind.