Computertrainingsprogramme fürs Gehirn

10. September 2019 by Alexandra Kupferberg
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Dieser Beitrag wurde zitiert von: Unfallforscher der Versicherer

Die Vorteile beim Training am Computer sind, dass das Computerprogramm dem Übenden unmittelbar Rückmeldung zu seiner Leistung gibt und dass das Training bei Bedarf an die Fähigkeiten des Übenden angepasst werden kann. Diese Trainings gibt es nicht nur PCs, sondern auch für einige Spielkonsolen, oder auf kostenpflichtigen oder aber kostenlos nutzbaren Internetseiten. Nicht alle Trainings sind gleich gut, und nicht alle Übungen in den Programmen sind gleich sinnvoll oder motivierend.

Qualitätsmerkmale bei PC-basierten Übungen sind zum Beispiel eine an den Nutzer angepasste Schwierigkeit, d. h. es wird Schulbildung, Alter usw. abgefragt, und das Programm gibt später Rückmeldung zur Leistung verglichen mit der zugehörigen Leistungsgruppe. So kann der Übende seine Leistung im Verhältnis zu seiner Leistungsgruppe beurteilen, denn es macht wenig Sinn, wenn ein Hochschulprofessor seine Leistungen mit denen eines ungelernten Arbeiters vergleicht.

Ein weiteres Merkmal guter Übungen ist häufige Rückmeldung der Leistung. Dies kann durch ein bestätigendes Feedback bei einer korrekten Reaktion oder Aufgabenlösung erfolgen, oder erst nach der Bearbeitung eines Blocks von Reaktionen oder einer längeren Aufgabe. Ein wie auch immer geartetes Feedback ist ein ungemein wichtiger Faktor zur Erhöhung der Motivation.

Weiterhin ist es oft vorteilhaft, wenn die Schwierigkeit einer Übung fortlaufend an die aktuelle Leistung des Übenden angepasst wird: Bei Fortschritten werden die Übungen schwieriger, bei Rückschritten einfacher. Manche Nutzer mögen diese Anpassung nicht, so dass es für sie vorteilhaft ist, wenn die Schwierigkeit selbst und individuell eingestellt werden kann. Insofern hängt die Güte einer kognitiven Übung auch von individuellen Vorlieben ab, d. h. jeder muss selbst beurteilen, ob ihm die spezifische Struktur eines kognitiven Trainingsprogramms liegt oder nicht.

Ein gutes Programm muss motivierend sein, was nicht unbedingt bedeutet, dass es Spielcharakter haben muss. Übungen mit zu hohem Spaßfaktor können auch dazu führen, dass man zu lange bei ihnen verweilt und andere Übungen vernachlässigt. Motivierend ist eine Übung durch Arbeiten in der Optimalzone, d. h. der Schwierigkeitsgrad ist nicht zu hoch und nicht zu niedrig, ein Ziel wird festgelegt und Rückmeldung gegeben. Beim Sudoku z. B. ist das Ziel das komplette Füllen des Sudokus, d. h. das Annähern an das Ziel erhöht die Motivation.


 

Dr. A. Kupferberg, Wissenschaftliche Leitung

Fazit Dr. Kupferberg: Technologiegestütztes Lernen bietet bereits seit einigen Jahren in vielen Bereichen grosse Vorteile für den Lernenden: Durch die Digitalisierungen ist der Lernprozess exakter planbar, feedbackorientiert, adaptiv und vor allem individuell durchführbar. Die modernen computerbasierten Trainings für besseres Sprachverstehen nutzen immer mehr die Prinzipien des digitalen Lernens in den Bereichen der Akustik und Neurowissenschaften. Hörgeschädigte Patienten erhalten dadurch die Möglichkeit, die Verarbeitung und Interpretation der stark veränderten und subjektiv verfremdeten Sinneseindrücke bei einer Hörgeräteversorgung gezielt zu trainieren. Das bessere Sprachverstehen wirkt sich nicht nur auf die sprachrelevanten Fähigkeiten aus, sondern hat gleichermaßen einen Einfluss auf das Selbstwertgefühl sowie auf die täglichen Aktivitäten und das soziale Leben der Patienten.