Neue Forschung zeigt: Hören lässt sich trainieren – mit spürbarem Erfolg.

Audiology Research ■ Neue Forschung zeigt: Hören lässt sich trainieren – und das mit spürbarem Erfolg. Die Teilnehmenden der CCAT-Studie verbesserten nicht nur das Verstehen, sondern stärkten auch Gedächtnis und Konzentration. Ein Ansatz, der das Leben vieler Menschen verändern kann.

 

Hören trainieren – wie Forschung und Alltag zusammenfinden

In der neuen CCAT-Studie zeigten Teilnehmende deutliche Fortschritte beim Verstehen und Zuhören – und berichteten, dass sie sich wacher, konzentrierter und sicherer im Alltag fühlen. Ein Ansatz, der zeigt, wie eng Hören, Denken und Lebensqualität miteinander verbunden sind.

Forschende der Charité Berlin, der Universität Oldenburg und des Hearing Network untersuchten, wie gezieltes Hörtraining das Verstehen und die geistige Leistungsfähigkeit beeinflussen kann.

Wenn Zuhören zur Herausforderung wird
Viele Menschen kennen das: Man hört eigentlich gut, aber Gespräche in Gesellschaft sind plötzlich anstrengend. Im Restaurant, bei Familienfeiern oder am Telefon – die Worte kommen an, müssen aber im Kopf zusammengesetzt werden. Am Ende ist man müde, obwohl man kaum gesprochen hat.

Was hier passiert, ist keine Einbildung. Die Neurowissenschaft nennt es „Höranstrengung“ (Listening Effort) – und sie ist messbar. Wenn das Ohr weniger liefert, muss das Gehirn mehr leisten. Diese ständige Mehrarbeit kostet Energie und kann auf Dauer Konzentration und Gedächtnisleistung beeinträchtigen.

Genau hier setzt das Computerbasierte Hörtraining (CCAT) an: Es trainiert das Zusammenspiel von Ohr und Gehirn – damit Zuhören wieder leichter fällt.

Die wissenschaftliche Grundlage: die CCAT-Studie
In einer gemeinsamen Untersuchung von Forschenden der Charité Berlin, der Universität Oldenburg und des KOJ Hearing Network wurde das Training erstmals umfassend untersucht. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Audiology Research veröffentlicht („Increased Listening Effort: Is Hearing Training a Solution?“).

Über mehrere Wochen absolvierten Teilnehmende ein speziell entwickeltes, computerbasiertes Hörtraining, das an reale Alltagssituationen angepasst ist:

  • Sprache verstehen im Hintergrundlärm,
  • unterschiedliche Stimmen und Dialekte erkennen,
  • mit Belastung und Ablenkung umgehen, mithilfe von realitätsnahen Geräuschkulissen,
  • Richtungshören, Merkfähigkeit und Konzentration trainieren.

Das Training erfolgt bequem zu Hause – mit kurzen, effektiven Übungen, die das Gehirn fordern, aber nicht überfordern.

Was die Forschung zeigte

Nach Abschluss des Trainings dokumentierten die Forschenden mehrere signifikante Verbesserungen:

  • Weniger Höranstrengung: Das Zuhören wurde als deutlich weniger ermüdend empfunden.
  • Bessere Konzentration und Gedächtnisleistung: Teilnehmende konnten sich mehr Wörter merken und Aufgaben schneller lösen.
  • Schnellere Reaktionszeiten: Das Gehirn reagierte zügiger auf akustische Reize – ein Zeichen verbesserter kognitiver Verarbeitung.
  • Mehr Sicherheit im Alltag: Viele gaben an, sich beim Zuhören sicher, entspannter und souveräner zu fühlen.
Die CCAT-Studienteilnehmer zeigten signifikante Steigerung von u. A. Verarbeitungsgeschwindigkeit, Konzentrationsleistung und Merkfähigkeit.

Diese Ergebnisse sind nicht nur statistisch relevant – sie zeigen, dass gezieltes Hörtraining einen echten Unterschied im Alltag machen kann.

Was bedeutet das für Sie?
Stellen Sie sich vor, Sie sitzen im Café – der Geräuschpegel ist hoch, und trotzdem verstehen Sie jedes Wort. Oder Sie nehmen an einem Familiengespräch teil, ohne ständig nachzufragen. Genau das ist das Ziel des CCAT-Hörtrainings: Weniger Anstrengung, mehr Leichtigkeit im Alltag.

Denn wenn das Gehirn effizienter hört, bleibt mehr Energie fürs Denken, Erinnern und Mitreden.
So wird deutlich: Hörtraining ist nicht nur ein Zusatzangebot – sondern ein wertvoller Bestandteil moderner Hörgesundheit.

Technik und Gehirn: Ein starkes Team

Ein Hörgerät verstärkt den Klang – aber das Gehirn muss lernen, diesen Klang richtig zu verarbeiten. Das eine funktioniert ohne das andere nur eingeschränkt. Das Hörtraining stärkt diese Verbindung. Es ist vergleichbar mit Physiotherapie für das Gehör: Das Hörgerät liefert die Unterstützung, das Training bringt Bewegung, Kontrolle und Sicherheit zurück.

So entsteht ein ganzheitlicher Ansatz: Technik + Training = besseres Verstehen.

Der HHIA-Score verbesserte sich signifikant – das Hören wurde als leichter empfunden.
Nach dem Hörtraining nahmen wahrgenommene Hörprobleme signifikant ab, bzw. blieben aus – ein messbarer Erfolg.

Geistig aktiv bleiben – das Plus fürs Leben
Ein bemerkenswerter Aspekt der CCAT-Studie war, dass das Training auch kognitive Fähigkeiten fördert. Teilnehmende schnitten nach dem Training bei Aufgaben zu Aufmerksamkeit und Gedächtnis besser ab.

Das bedeutet: Wer sein Gehör trainiert, kann gleichzeitig seine geistige Fitness unterstützen. Gerade im Alter ist das ein grosser Vorteil – denn klares Hören heisst, am Leben teilzunehmen, zu reagieren und Erinnerungen zu schaffen. So hilft aktives Hören, Isolation zu vermeiden und das Gehirn in Bewegung zu halten – ein wichtiger Beitrag zum gesunden Altern.

Bewährt, wissenschaftlich fundiert, einfach im Alltag
Das CCAT-Hörtraining ist kein Experiment mehr, sondern eine erprobte Methode – wissenschaftlich untersucht, praxisnah entwickelt und für jede Altersgruppe geeignet. Unsere Partner und wir begleiten Menschen auf diesem Weg: individuell, verständnisvoll und mit langjähriger Erfahrung.

Unsere Kundinnen und Kunden berichten immer wieder, wie sehr sich ihr Alltag verändert hat: weniger Stress beim Zuhören, mehr Energie für Gespräche – und die Freude, wieder mitten im Leben zu stehen.

Fazit

Hörtraining ist kein Luxus, sondern eine kluge und sinnvolle Ergänzung zu moderner Hörtechnik. Es hilft, das Gehirn aktiv zu halten, das Gehör zu fördern und das Leben lebendig zu gestalten. Stellen Sie sich vor, Sie könnten wieder alles mühelos verstehen – und das Gespräch einfach geniessen. Genau das ist möglich.

Die Untersuchung wurde von Expertinnen und Experten der Charité Berlin, der Universität Oldenburg und des KOJ Hearing Network durchgeführt. Publiziert in: Audiology Research (2025) – „Increased Listening Effort: Is Hearing Training a Solution? — Results of a Pilot Study on Individualized Computer-Based Auditory Training in Subjects Not (Yet) Fitted with Hearing Aids.“